Fahrbericht: Audi Q2 TFSI

Audi baut die SUV-Familie aus: Anfang November kommt der Q2 auf den Markt. Am vergangenen Wochenende durfte ich den brandneuen Mini-SUV bereits testen. Dafür standen mir zwei unterschiedliche Versionen zur Verfügung: Die Grundversion und die Vollausstattung mit S-Line Exterieurpaket und jeder Menge Extras. Ein Offroad-Abenteuer im Großstadtdschungel von Köln?

Schon der erste Blick gefällt mir. Im knalligen Vegasgelb steht er vor mir. Genau meine Farbe! Der riesige Audi-typische Singleframe-Grill und große 19-Zoll-Felgen runden das überzeugende Gesamtpaket ab. Die C-Säule sorgt mit einem matten Grau für einen Kontrast beim Exterieur, wahlweise ist das sogenannte Sideblade aber auch in Wagenfarbe erhältlich. Der Audi Q2 schließt die Lücke zwischen SUV- und Kompaktklasse. Ganz so groß und wuchtig wie die großen Brüder Q3 oder Q5 kommt er nicht daher, hat aber dennoch einen höheren Schwerpunkt als die Kompakten. Zum Vergleich: Der Q2 ist rund sieben Zentimeter kürzer, dafür aber auch höher als ein VW Golf.

 

Radstand und Technik übernimmt der Mini-SUV vom Audi A3. Im Vergleich dazu sitzt der Fahrer jedoch 8,5 Zentimeter höher. Die Beinfreiheit auf der Rückbank ist begrenzt, dafür ist der Platz im Heck umso größer: Zwischen 405 und 1050 Liter fasst der Kofferraum, dessen Rückklappe (auf Wunsch) automatisch öffnet und schließt. Das Interieur ist übersichtlich gehalten und gut zu bedienen. Das kantige Design macht einen guten Eindruck, vor allem die Dekorleiste aus matt gebürstetem Aluminium trifft genau meinen Geschmack. Bei der Ausstattung gibt es kaum Grenzen: Während die Basisversion mit analogen Anzeigen und wenig Schnick-Schnack daherkommt, zeigt die Vollausstattung mit S-Line-Paket, was möglich ist. Vor allem Virtual Cockpit und Head-Up-Display bringen ein Stück Zukunft in die Gegenwart. Per Internet-Verbindung lässt sich von Nachrichten über Wetter bis Zugfahrplänen alles abrufen, was das Herz begehrt. In der Mittelkonsole können Smartphones kabellos geladen werden - sofern sie dafür geeignet sind. So viele Extras haben aber ihren Preis, selbst Fahrassistenzsysteme kosten zusätzlich. Ohne Aufpreis ist lediglich der Notbrems-Assistent an Bord. Zusätzlich wählbar sind etwa Frontkollisionswarner mit automatischer Notbremsung, ein adaptiver Tempomat, Stauassistent, Spurwechselassistent, Verkehrszeichenerkennung und Einparkautomat.

Für die Stadt geeignet

Völlig unfreiwillig lande ich während der Testfahrt mitten in der Innenstadt von Köln. Vorbei am Dom, im dichten Touristen-Getümmel. Für den Audi Q2 kein Problem. Spielerisch lässt sich der Mini-SUV um die engen Kurven der Altstadt manövrieren. Auch dank serienmäßiger Progressivlenkung, die den Fahrer beim Einparken oder auf kurviger Strecke unterstützt. Nur zwei Umdrehungen werden von Anschlag zu Anschlag benötigt. Der hohe Schwerpunkt macht sich dank breiter Spur an der Hinterachse nicht bemerkbar. Große Schlaglöcher, von denen es in Köln einige gibt, schluckt der Q2 ohne Probleme und macht diese für Insassen kaum spürbar. Egal ob in der Basisversion ohne einstellbares Fahrwerk oder  mit der Audi-Fahrprogrammsteuerung 'drive select'. Sie ermöglicht die Auswahl von fünf verschiedenen Programmen, vom Sparmodus 'efficiency' bis zum Sportprogramm 'dynamic'. Einzig auf den Offroad-Modus wird beim kleinen Q2 verzichtet. Für unwegsame Gelände ist er aufgrund seiner geringen Bodenfreiheit ohnehin nicht geeignet.

 

Für die Testfahrt habe ich mich für das klassische Sechsgang-Schaltgetriebe entschieden, wahlweise gibt es auch noch das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. In der Front des Testwagens arbeitet der Vierzylinder-Benziner mit 1,4 Liter Hubraum und Abgasturboaufladung, der rund 150 PS leistet. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt laut Datenblatt bis zu 212 Stundenkilometer. Leer bringt der kleine SUV 1.340 Kilogramm auf die Waage, den cW-Wert gibt Audi mit freundlichen 0,30 an. In 8,5 Sekunden beschleunigt der Q2 von Null auf einhundert Stundenkilometer. Der kombinierte Kraftstoffverbrauch ist mit 5,4 bis 5,7 Liter pro 100 Kilometer angegeben.

 

Gute Nachricht für alle Interessierten: Der Audi Q2 lässt sich bereits vorbestellen, ab Anfang November steht er bei allen Audi-Händler zur Probefahrt bereit. Die schlechte Nachricht: Wer jetzt bestellt, muss etwa bis Mitte 2017 warten. Und der Preis? In der Basisversion mit 1.0 TFSI (116 PS) werden mindestens 22.900 Euro fällig, die Vollausstattung mit S-Line-Paket aus dem Test kostet bis zu 50.000 Euro. Kein Schnäppchen...


Fazit

Ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, den Audi Q2 TSFI privat nicht fahren zu wollen. Sowohl optisch als auch fahrerisch ist der Mini-SUV ein echter Leckerbissen. Geräumig und komfortabel, aber trotzdem kompakt und wendig. Audi ist mit dem Q2 eine gute Mischung aus protzigem SUV und kompaktem Mittelklassewagen gelungen. Ob man Extras wie Head-Up-Display oder Virtual Cockpit wirklich braucht, darüber lässt sich streiten. Wer aber einen kompakten "Offroader" sucht, mit dem man sich auch in die Innenstadt trauen kann, ist mit dem Audi Q2 sicherlich gut beraten.