Vorstellung: Der neue Nissan Juke

Für die Weltpremiere des neuen Nissan Juke hat sich der japanische Autobauer etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Die Vorstellung fand im Stil des weltbekannten Geheimagenten James Bond statt. An einem geheimen Ort, irgendwo in Köln. Gemeinsam mit Bondgirl Carrie Schreiner auf geheimer Mission.

Normalerweise hole ich Anzug und Fliege nur zu großen Feierlichkeiten aus dem Kleiderschrank. Dazu zählen die Präsentation neuer Autos in der Regel nicht. Heute komme ich dem Wunsch von Nissan trotzdem nach. Denn die Vorstellung des neuen Nissan Juke findet im Stil des bekannten James Bond statt. Irgendwo im Köln. Mein Bondgirl an diesem Tag: Rennfahrerin Carrie Schreiner.

Ja, der alte Nissan Juke hat polarisiert. Mit seinen markanten Froschaugen, also den aufgesetzten Tagfahrlichtern, sorgte das Mini-SUV für gemischte Meinungen. Die ausgefallene Optik spaltete die Fangemeide. Dennoch wurden seit der Einführung des Juke im Jahr 2010 immerhin eine Million Autos in Europa verkauft. An diesen Erfolg soll nun angeknüpft werden: Anfang September wurde die zweite Generation des Nissan Juke vorgestellt. Als einer der Ersten durfte ich den neuen Crossover unter die Lupe nehmen.

Schon auf den ersten Blick wird deutlich, dass der neue Juke deutlich schlichter und weniger aufregend aussieht. Das Design wurde entschärft. Das markante Tagfahrlicht ist nun nicht mehr aufgesetzt, sondern in eine elegante LED-Lichtleiste integriert, die sich vom Kühlergrill bis knapp über die Rädhäuser zieht. Der Kühler ist schmaler, aber dennoch wuchtiger geworden. Unverändert sich hingegen die typischen runden Scheinwerfer, die nun allerdings nicht mehr so tief in der Frontschürze sitzen.

Die größten Änderungen offenbart jedoch das Heck: Statt der L-förmigen Rückleuchten, die sich bisher neben die Heckscheibe nach oben zogen, kommen beim neuen Juke nun klassische Leuchten in horizontaler Bauweise zum Einsatz. Das Dach fällt nach hinten stark ab und macht den Juke damit schnittiger. Gemeinsam mit dem großen Spoiler sieht er sportlicher und moderner aus.

Auch wenn sich die Grundform des neuen Juke nicht verändert hat, ist er in allen Maßen gewachsen. Vor allem in der Länge hat das SUV im Vergleich zu seinem Vorgänger um knapp acht Zentimeter zugelegt. Der Radstand ist sogar um zehn Zentimeter vergrößert worden. Aber: Trotz der Verwendung von hochfestem Stahl und einer damit erhöhten Steifigkeit, ist der Nissan Juke II um rund 23 Kilogramm leichter. All das soll vor allem der Fahrdynamik zugunsten kommen. Fahren durfte ich leider noch nicht...

Sportlichkeit & Komfort im Innenraum

...aber immerhin Platz nehmen. Im Innenraum begeistert der Nissan Juke II mit einem Kompromiss aus Sportlichkeit und Komfort. Die Sitze bieten guten Halt, können aber auch auf langen Strecken mit Bequemlichkeit überzeugen.

Das Armaturenbrett zeigt eine abgerundete Form, ohne Ecken und Kanten. Passend dazu sind die runden Lüftungsdüsen, das abgerundete und bis zu sieben Zoll große TFT-Display sowie die runde Rahmung des Schaltsacks. Am abgeflachten Lenkrad finden sich zahlreiche Knöpfe.

Die "Lizenz zum Töten" besitzt der neue Juke glücklicherweise nicht. Denn in Hinblick auf die Assistenzsysteme hat er fleißig dazugelernt. Vom adaptiven Tempomat über den Spurhalte-Assistenten bis zur Verkehrszeichenerkennung ist alles möglich. Unser Auto ist zudem mit dem optionalen Soundsystem ausgestattet, das über Lautsprecher verfügt, die in die Kopfstütze integriert sind.

Darüber hinaus glänzt der neue Juke mit einem gesteigerten Platzangebot. Nicht nur im Bereich der Knie- und Kopffreiheit der Insassen, sondern auch im Kofferraum macht sich der Zuwachs bemerkbar. Im Vergleich zum Vorgänger passen 68 Liter mehr ins Heck, also nun 422 Liter. Das ist vor allem dem doppelten Boden sowie der umklappbaren Rücksitzbank zu verdanken, die für eine ebene Ladefläche sorgt.

Nur ein Motor: Dreizylinder mit 117 PS

Der neue Nissan Juke ist ab Ende 2019 erhältlich. Bei seiner Markteinführung wird er zunächst nur mit einer Motorisierung zu kaufen sein: Für den Vortrieb sorgt dann der Dreizylinder-Turbobenziner mit einem Liter Hubraum und 117 PS. Wahlweise ist er mit Sechsgang-Schaltgetriebe oder Siebengang-Duppelkupplungsgetriebe (gegen Aufpreis) erhältlich. Die Kraft wird an den Vorderrädern übertragen, eine Allradversion ist nicht geplant. Mit weiteren Motorisierungen - auch in Hinblick auf eine Hybrid-Variante - ist jedoch zu rechnen. Immerhin hat Konzernschwester Renault bereits vergleichbare Antriebe im Captur integiert. Möglicherweise wird es den Nissan Juke aber auch als vollelektrisches Fahrzeug geben.

Einen Preis nennt Nissan noch nicht. Es ist damit zu rechnen, dass der neue Juke ab etwa 18.000 Euro erhältlich sein wird.

Fazit

Die Entschärfung des Designs ist gelungen. Die Optik des neuen Nissan Juke gefällt mir nun deutlich besser. Der SUV wirkt sportlicher und nicht mehr so übertrieben wie sein Vorgänger. Auch das Interior überzeugt mit einem guten Komfort, einem gesteigerten Platzangebot sowie technischen Raffinessen. Damit könnte der Nissan Juke II tatsächlich einen neuen Aufschwung erleben.